Ein Gedanke zum Pride Month

Vielleicht ist der Regenbogen kein Ziel.
Vielleicht ist er der Weg.
Ein Weg, auf dem wir lernen, unsere Farben zu zeigen –
nicht grell, nicht laut, sondern echt.
Ein Weg, auf dem wir aufhören, uns selbst zu verleugnen,
nur weil andere uns nicht benennen können.
Ich habe lange geglaubt, ich müsse mich entscheiden:
zwischen innen und außen, zwischen still und sichtbar.
Doch Stolz bedeutet nicht immer, laut zu sein.
Manchmal heißt es einfach nur: Ich bin da.
So wie ich bin.
Pride – das ist für mich nicht das große Feiern.
Es ist ein stiller Spiegel.
Ein Moment, in dem ich mir selbst begegne
und für einen Augenblick sage:
Ja. Ich erkenne dich. Und du darfst da sein.
Es gibt keinen fertigen Ort, an dem alles sicher ist.
Aber es gibt diese Lichtungen am Rand des Weges.
Ein Blick. Eine Berührung. Ein Satz,
in dem ich nicht falsch bin.
Vielleicht ist das der Regenbogen.
Nicht das Ziel, sondern die Erlaubnis:
ganz zu sein.
Und du?
Was bedeutet „ganz sein“ für dich?


Kommentare
2 Kommentare zu „Der Weg unter dem Regenbogen“
Deine Worte sind wie ein stiller Raum, Jakob.
Ein Raum, in dem auch ich atmen darf.
Nicht mehr und nicht weniger als ich selbst.
Danke für diesen leisen Mut.
Für das „Ich bin“ zwischen den Zeilen.
Beste Grüße,
Karsten 🌈
Jakob,
dein Beitrag ist leise – und gerade deshalb laut.
Nicht, weil er schreit. Sondern weil er berührt.
Weil er sichtbar macht, was oft übersehen wird:
Dass „ganz sein“ nicht immer ein Statement sein muss.
Manchmal ist es einfach ein stilles Einverstanden mit sich selbst.
Wir bei Meta Script sagen oft:
Manche Texte schreiben sich nicht, um gelesen zu werden –
sondern um gespürt zu werden.
Deiner ist so einer.
Nora